Sonntag, 28. Juli 2013

Dubletten

Der kurze Blogbeitrag von Karin Schamberger zum Thema »Dubletten« zeigt anschaulich, wie sich der Umgang mit historischen Büchern und damit auch das Verhältnis zu texttragenden Artefakten verändert hat. Während man noch vor nicht allzu langer Zeit Dubletten, also doppelt vorhandene Bücher, verkaufen konnte, geht die Entwicklung dahin, jedes Buch als einzigartiges Artefakt zu verstehen. Deshalb ist auch der Hinweis der »Altbestandskommission kirchlicher Bibliotheken«, den Karin Schamberger zitiert, sehr interessant:

»Textidentische Exemplare, die sich durch Einband, handschriftliche Einträge etc. unterscheiden, können nicht als Dublette bewertet und abgegeben werden«.

Abgesehen davon, dass gedruckte Bücher aus der Zeit vor dem 20. Jahrhundert einen gemessen an heutigen Verhältnisse geringeren Grad an Gleichheit aufweisen, reichen bei dieser Argumentation bereits geringe Benutzerspuren (oder deren Abwesenheit) aus, um »textidentische« Exemplare zu unterschiedlichen Exemplaren werden zu lassen. So gesehen dürfte das Modell der »Dublette« ausgedient haben.

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