Dienstag, 27. Mai 2014

Google-Books-Unbehagen

Während Bibliotheken sehr großen Aufwand treiben, um Bücher möglichst sorgfältig zu digitalisieren, hat Google von Anfang an auf Schnelligkeit und Masse gesetzt. Deshalb findet man auch, wenn man ein wenig durch die digitalisierten Bücher scrollt, ab und an schiefe Seiten oder auch Finger und Hände derjenigen, die an den Maschinen standen. Vor einiger Zeit haben es diese Körperteile der DigitalisierungsarbeiterInnen sogar in einen Artikel des renommierten New-Yorker-Magazins geschafft.

Da Google sowieso die meisten Bücher mehrmals scannt, wird man vermutlich versuchen, die Digitalisate nicht mehr anzuzeigen, in denen sich solche »Fehler« befinden. Aber selbst dann bleibt zumindest bei mir ein Bündel an Sorgen zurück, die mit den DigitalisierungsarbeiterInnen zu tun haben, die dort an Buchscanner stehen: Was, wenn Seiten überblättert wurden? Oder die Übertragung vom Scanner zum Computer nicht richtig funktioniert? Oder die Bilder der Seiten falsch angeordnet werden? Oder sich jemand einen großen Spaß macht und einfach verschiedene Bücher abwechselnd auf den Scanner legt?

Weil ich die immateriellen Bücher nicht mehr mit eigenen Händen und Augen kontrollieren kann, sondern durch die Hände derjenigen zu Gesicht bekommen, die an den Buchscanner stehen, ergreift mich ab und an ein Unbehagen, ein »Google-Books-Unbehagen«...

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